KAMPAGNE

Liebe Freunde der Kampagne!
 
Ihr seid bestimmt ebenso wie wir der Meinung, dass die Intimuntersuchung bei der Musterung abgeschafft werden muss. Um unser Anliegen zu unterstützen, haben wir für Euch Protestbriefe vorbereitet. Diese sollten an die genannten Stellen versendet werden.
Möchtet Ihr gerne weitere von Euch selbst ausgewählte Stellen anschreiben wollen, so steht das natürlich jedem frei.
Sagen Euch unsere Formulierungen nicht zu, so wählt einfach die Worte, die Ihr für angemessen erachtet.
Der Dank für jede aktive Unterstützung in der Sache ist Euch aber gewiss.
 
Euer Team von BASTA

Protestbriefe zum Versenden

An das Bundesministerium für Verteidigung 

z. H. Herrn Bundesminister Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg

Hardthöhe (Fontainengraben 150)
53123 Bonn

Entwürdigung bei der Musterung

Sehr geehrter Herr Freiherr zu Guttenberg,

Um direkt auf den Punkt zu kommen, es geht um die Intimuntersuchung bei der Musterung. Was geht der Intimbereich eines Menschen die Bundeswehr an?

Was hat der Intimbereich eines Menschen mit der Landesverteidigung zu tun? Können Sie mir diese Fragen beantworten?

Diese Sorte von einmaliger Intimuntersuchung hat aus medizinischer Sicht keinen einleuchtenden Zweck. Hierbei handelt es sich doch vielmehr nur um erniedrigende Doktorspielchen.

Die Würde des Menschen muss endlich auch von der Bundeswehr beachtet werden. Die Zeit ist mehr als reif, um die dort stattfindenden demütigenden Untersuchungsmethoden endlich abzuschaffen.

Ich finde, die Bundeswehr sollte ihr Konzept in mancher Hinsicht einmal gründlich überdenken und auf solches, nicht in unsere moderne Zeit passendes Brauchtum endlich verzichten.

Bitte hören Sie sofort damit auf, Menschen auf diese Weise einzuschüchtern!

Mit freundlichen Grüßen

……………………………………….. 

An das
Bundesamt für Wehrverwaltung
Ermekeilstraße 27
53113 Bonn

Entwürdigung bei der Musterung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Um direkt auf den Punkt zu kommen, es geht um die Intimuntersuchung bei der Musterung. Was geht der Intimbereich eines Menschen die Bundeswehr an?

Was hat der Intimbereich eines Menschen mit der Landesverteidigung zu tun? Können Sie mir diese Fragen beantworten?

Diese Sorte von einmaliger Intimuntersuchung hat aus medizinischer Sicht keinen einleuchtenden Zweck. Hierbei handelt es sich doch vielmehr nur um erniedrigende Doktorspielchen.

Die Würde des Menschen muss endlich auch von der Bundeswehr beachtet werden. Die Zeit ist mehr als reif, um die dort stattfindenden demütigenden Untersuchungsmethoden endlich abzuschaffen.

Ich finde, die Bundeswehr sollte ihr Konzept in mancher Hinsicht einmal gründlich überdenken und auf solches, nicht in unsere moderne Zeit passendes Brauchtum endlich verzichten.

Bitte hören Sie sofort damit auf, Menschen auf diese Weise einzuschüchtern!

Mit freundlichen Grüßen

 ………………………………………..

Protestbrief an weitere Stellen (z.B. Gesundheitsministerium)

An das

Bundesministerium für Gesundheit    

z.H. Frau Bundesministerin  Ulla Schmidt

Am Probsthof 78 a  

53121 Bonn

Entwürdigung bei der Musterung

Sehr geehrte Frau Schmidt,

Um direkt auf den Punkt zu kommen, es geht um die Intimuntersuchung bei der Musterung.

Was geht der Intimbereich eines Menschen die Bundeswehr an?

Was hat der Intimbereich eines Menschen mit der Landesverteidigung zu tun? Können Sie mir diese Fragen beantworten?

Diese Sorte von einmaliger Intimuntersuchung hat aus medizinischer Sicht keinen einleuchtenden Zweck. Hierbei handelt es sich doch vielmehr nur um erniedrigende Doktorspielchen.

Die Würde des Menschen muss endlich auch von der Bundeswehr beachtet werden. Die Zeit ist mehr als reif, dass die bei der Musterung stattfindenden demütigenden Untersuchungsmethoden endlich der Vergangenheit angehören.

Ich finde, die Bundeswehr sollte ihr Konzept in mancher Hinsicht einmal gründlich überdenken und auf solches, nicht in unsere moderne Zeit passendes Brauchtum endlich verzichten.

Auch wenn Wehrpflicht und Musterung nicht direkt in Ihr Ressort fallen, so möchte ich Sie dringendst darum bitten, sich für die Abschaffung der erniedrigenden Untersuchungsmethoden bei der Bundeswehr einzusetzen. Bitte diskutieren sie auch über dieses Thema mit den Verantwortlichen bei der Bundeswehr und in der Regierung.

Bitte helfen Sie mit, dass diese Art von Einschüchterung und Missbrauch junger Menschen so bald wie möglich beendet wird. Sofern Ihnen das Wohl der Jugend wirklich etwas wert ist, dürfen Sie darüber nicht länger hinweg sehen.

Mit freundlichen Grüßen

Adressen

 Wehrbereichsverwaltung Nord 

Hans-Böckler-Allee 16 

30173  Hannover

wbvnord@bundeswehr.org

Wehrbereichsverwaltung Nord
ASt Kiel
Feldstraße 234
24106 Kiel

wbvnordastkiel@bundeswehr.org

 
Wehrbereichsverwaltung Ost

Prötzeler Chaussee 25
15344 Strausberg

wbvost@bundeswehr.org

info@wbv-ost.de

 

Wehrbereichsverwaltung Süd
Heilbronner Straße 186
70181 Stuttgart
wbvsued@pressestelle@bundeswehr.org
Wbvsued@bundesstelle@bundeswehr.org
 
Wehrbereichsverwaltung West
Wilhelm-Raabe-Straße 46
40470 Düsseldorf
WBVWest@bundeswehr.org
 

Bundesministerium der Verteidigung
Stauffenbergstraße 18
10785 Berlin
matthiasmantey@bmvg.bund.de

Frau Abgeordnete Ulrike Merten

verteidigungsausschuss@bundestag.de

 KWEA

KWEADonaueschingen@Bundeswehr.org

KWEAMuenster@Bundeswehr.org

KWEARavensburg@Bundeswehr.org

KWEAKaiserslautern@Bundeswehr.org

KWEAKiel@Bundeswehr.org

KWEAFreiburg@Bundeswehr.org

KWEADarmstadt@Bundeswehr.org

KWEAKoblenz@Bundeswehr.org

KWEAArnsberg@Bundeswehr.org

KWEAWesel@Bundeswehr.org

KWEAJuelich@Bundeswehr.org

KWEASaarlouis@Bundeswehr.org

KWEALeipzig@Bundeswehr.org

KWEAUlm@Bundeswehr.org

KWEAOldenburg@Bundeswehr.org

KWEALueneburg@Bundeswehr.org

KWEARegensburg@Bundeswehr.org

KWEAMagdeburg@Bundeswehr.org

KWEAWetzlar@Bundeswehr.org

KWEAWiesbaden@Bundeswehr.org

KWEASiegen@Bundeswehr.org

KWEAKassel@Bundeswehr.org

KWEANuernberg@Bundeswehr.org

KWEARecklinghausen@Bundeswehr.org

KWEABraunschweig@Bundeswehr.org

KWEASchleswig@Bundeswehr.org

KWEADuesseldorf@bundeswehr.org 

KWEAMoenchengladbach@Bundeswehr.org

KWEAKempten@Bundeswehr.org

KWEAIngolstadt@Bundeswehr.org

KWEATraunstein@Bundeswehr.org

KWEAGelnhausen@Bundeswehr.org

KWEADortmund@Bundeswehr.org

KWEAStade@Bundeswehr.org

KWEAMannheim@Bundeswehr.org

KWEAStuttgart@Bundeswehr.org

KWEAMuenchen@Bundeswehr.org

KWEAKoeln@Bundeswehr.org

KWEAHannover@Bundeswehr.org

KWEACottbus@Bundeswehr.org

KWEADresden@Bundeswehr.org

KWEAErfurt@Bundeswehr.org

KWEASchwaebischGmuend@bundeswehr.org

KWEAWuerzburg@Bundeswehr.org

KWEABamberg@Bundeswehr.org

KWEAHerford@Bundeswehr.org

KWEAKarlsruhe@bundeswehr.org

KWEAWeiden@bundeswehr.org

KWEAMeppen@Bundeswehr.org

KWEAHamburg@bundeswehr.org

KWEABerlin@bundeswehr.org

KWEASchwerin@bundeswehr.org

Eine Bitte an alle, die unsere Kampagne unterstützen:

Solltet Ihr Emails oder Briefe an die Behörden usw. versenden, so würden wir uns sehr darüber freuen, jeweils ein Doppel an unsere Email Adresse zu erhalten.

Herzlichen Dank für Eure Mühe!

Petitionen
 
Zur Zeit läuft eine Petition im Deutschen Bundestag, die an den Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung gerichtet ist. Sie ist vom 30.06.2009 und kann noch unterzeichnet werden.
 

http://www.abgeordnetenwatch.de/dr_franz_josef_jung-650-6066-1.html#q

 
Eine weitere Petition an den Deutschen Bundestag ist in Vorbereitung und wird unter https://epetitionen.bundestag.de/ veröffentlicht werden. 
Wir bitten dafür schon im voraus um größtmögliche Unterstützung. Schauen Sie sich doch einmal auf dieser vielbesuchten Internetseite um. Es lohnt sich!

 

Unsere KAMPAGNE

Unsere Kampagne startete bereits Ende letzten Jahres. Nachfolgend der erste Brief von Lars Petersson an Bundesverteidigungsminister Dr. Jung. Bisher kamen jedoch keine ernstzunehmenden Antworten. Es wurde nur wiederholt die Rechtsgültigkeit des formalen Ablaufs der Musterung dargestellt und dass man sich hauptsächlich auf das „forensische Prinzip“, auch in Bezug auf die Intimuntersuchung berufen müsse. Somit hätten die Wehrpflichtigen alle Untersuchungen, auch die Intimuntersuchung vor unbeteiligten Dritten und sogar ohne Sichtschutz zu dulden. Auf das Verweigerungsrecht in Bezug auf die Intimuntersuchung wurde nicht eingegangen. Wir gaben aber nicht nach. Unser Druckmittel, diese Perversion der Bundeswehr öffentlich zu machen, muss Eindruck auf die Behörden gemacht haben. Nun sieht es so aus, als ob sich hinter den Kulissen zumindest im kleinen Rahmen etwas bewegt. Natürlich wird versucht den Schaden zu begrenzen, ohne öffentlich nachzugeben.
Es heißt nun: „Die Wehrpflichtigen haben auch die Möglichkeit, ein Attest eines Arztes oder einer Ärztin ihres Vertrauens vorzulegen, um die musterungsärztliche Untersuchung in dieser Form zu vermeiden.“
Unser Ziel bleibt aber bestehen: Wir wollen diesen Unfug komplett abgeschafft sehen!

Start der Kampagne gegen Ende 2008 mit dem ersten Brief von Lars G Petersson an die deutschen Behörden:

Empfänger: Der Bundesverteidigungsminister, Militärbehörden, u.a. alle Kreiswehrersatzämter, weitere Regierungsbehörden und Minister und alle deutschen Abgeordneten
 
Als Beispiel der Brief an das
Bundesministerium für Verteidigung
z. H. Herrn Bundesminister: Dr. Franz Josef Jung (CDU)
Hardthöhe 
(Fontainengraben 150)
 53123 Bonn

Nachforschungen zum Buchprojekt: Die Musterung in der Bundesrepublik Deutschland
 
 
Sehr geehrter Herr Dr. Jung,
 
Ich schreibe Ihnen im Rahmen meiner Nachforschungen für mein neues Buch, welches ich in Auftrag bekommen habe. Der Schwerpunkt dieser Arbeit wird die Verletzung der Würde von jungen Menschen in der Bundesrepublik Deutschland sein. Es geht hierbei in erster Linie um die Intimuntersuchung bei der Musterung, die von einem Großteil der Männer als Erniedrigung empfundenen wird. Seit einigen Monaten trage ich nun schon für dieses Projekt Material zusammen und habe dazu betroffene Personen befragt. Leider habe ich dabei feststellen müssen, dass diese Angelegenheit wirklich ein Problem darstellt und viel schlimmer und ernsthafter ist, als ich mir zu Anfang vorgestellt habe. Eine große Anzahl persönlicher Berichte von Männern die ich zu ihrer Musterung befragt habe, hat mich inzwischen von der Wichtigkeit meines Projektes überzeugt. Dabei wurde mir klar, es muss etwas unternommen werden um die Jugend in Zukunft zu beschützen. Viele der betroffenen Personen leiden noch jahrelang psychisch darunter. Die meisten dieser Männer schämen sich und sprechen deshalb über ihre Erfahrungen nur sehr ungern. Manche schweigen dazu für immer. Häufig war das Gespräch über die Musterung mit mir das Erste überhaupt. Oft kam dieses Gespräch dann auch nur unter meinem vorherigen Versprechen zu Stande, die Anonymität der betroffenen Person zu wahren. Hieran lässt sich für mich auch gut erkennen wie peinlich es den Männern ist, sich anderen in Bezug auf dieses Thema zu öffnen. 
 
Dank moderner Technik hat sich nun ein Weg aufgetan, trotzdem an die Gedanken der Betroffenen in großem Umfang heran zu kommen. Wenn jemand nicht den Mut besitzt über seine Probleme zu sprechen und sich noch nicht einmal den Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung anvertrauen möchte, so fällt dies leichter über die Anonymität des Internets. Nur dort trauen sich viele leidende Menschen über das für sie schwierige Thema zu sprechen, Entwürdigung erfahren zu haben. Nur dort trauen sich auch Jugendliche ihre Angst vor der künftigen Musterung zu äußern. Für viele von Ihnen überschattet diese Angst eine ansonsten glückliche Kindheit und Jugendzeit. Mit meinem Buch möchte ich an der jetzigen, unhaltbaren Situation etwas verändern. Ich bin mir sicher, wenn Sie meinen Brief gelesen haben werden Sie meine Sorgen zu diesem Thema teilen und mit mir in Einklang kommen, dass in Bezug auf dieses doch sehr offensichtliche Problem schnelle Abhilfe von Nöten ist. Es kann und darf einfach nicht länger gewartet werden. Wir können an der Vergangenheit nichts ändern. Aber ich möchte dazu beitragen, dass junge Leute in der modernen Bundesrepublik Deutschland in Zukunft mit Respekt und Würde behandelt werden. Nicht mehr und nicht weniger. In der heutigen Zeit, viele Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und der Auflösung kommunistischer Diktaturen, darf niemand mehr von einem Staat in irgend einer Weise entwürdigt werden. 
 
Lassen Sie mich Ihnen bitte kurz meine Gedanken mitteilen. In England werden junge Männer nicht mehr unter Zwang gemustert, weil wir seit Jahrzehnten keine Wehrpflicht mehr haben. In Großbritannien wurde eine allgemeine Wehrpflicht nur im Jahr 1916 aus guten Gründen eingeführt und nach dem Krieg wieder abgeschafft. Eine erneute Einführung der allgemeinen Wehrpflicht war wegen der Bedrohung durch Hitler unausweichlich und wurde jedoch auch danach wieder abgeschafft. Man sieht in England verständlicherweise keinen Grund dazu junge Menschen zum Dienst an der Waffe zu zwingen, da keine akute äußere Bedrohung vorhanden ist. Ebenso wie die Bundesrepublik Deutschland haben wir freundschaftliche Beziehungen zu allen Nachbarstaaten. 
 
Wir haben jedoch andere Probleme. Unter anderem müssen wir uns mit der Problematik der Pädophilie beschäftigen. Viele Fälle sexuellen Missbrauchs, zum Beispiel sogar durch geistliche Würdenträger die ihre berufliche Machtstellung dazu benutzt haben, um sich an hilflosen Kindern und Jugendlichen zu vergehen, machten in den Medien die Runde. Aber nicht nur Priester haben ein Problem damit, Sexualität und Berufsleben zu trennen. Auch Ärzte und medizinisches Hilfspersonal haben durchaus die Möglichkeit unter dem Deckmantel ihrer beruflichen Qualifikation Menschen sexuell zu belästigen. Vor allem wenn es sich um Personen mit geringem Selbstbewusstsein handelt. In diese Kategorie fallen vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch noch junge Erwachsene. Glücklicherweise scheinen sexuelle Übergriffe von medizinischem Personal in Großbritannien ein eher selten vorkommendes Problem darzustellen. Meiner Ansicht nach muss es dafür aber einen ganz besonderen Grund geben und hier gelange ich zum Kern meines Briefes. Nacktheit im Verlauf von medizinischen Untersuchungen wird hier zu Lande nie gefordert. Wäre es so, dann würde es als eine Perversität betrachtet werden. 
 
In der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz scheint es jedoch anders zu sein. Aus diesen Ländern ist eine große Anzahl an Fällen hinsichtlich einer Verletzung der Intimsphäre der Patienten bekannt geworden und es wird sogar von einer Vielzahl an direkten sexuellen Übergriffen ausgegangen. Deshalb können wir hier von Tatsachen ausgehen. Fast jede Person mit der ich gesprochen habe, kennt von sich selbst und/oder von anderen solche Beispiele. Dieses Problem wurde auch vor ein paar Jahren von der medizinischen Gesellschaft in Basel erkannt. Unter dem Aufruf „Keine Frau muss nackt vor dem Arzt stehen“ wurde festgestellt, dass das Ausmaß der sexuellen Übergriffe in Arztpraxen und Spitälern „erschreckend“ hoch sei. „Ziehen Sie auch BH und Slip aus, wird oftmals bei einem ganz alltäglichen Arztbesuch gesagt“, heißt es im Bericht dieser Gesellschaft. Die Häufigkeit dieser Vorkommnisse wurde durch Umfragen der Gesellschaft festgestellt und es wird durch sie bemängelt, weil beides auszuziehen eigentlich nie notwendig ist. Niemand muss vor einem Arzt oder einer Ärztin nackt sein. Wird es trotzdem ohne sehr triftigen Grund praktiziert, spricht man von einem Übergriff. Aus diesem Grund hat die Gesellschaft dazu aufgerufen, unter den schwarzen Schafen (Ärzten und Ärztinnen in ihren eigenen Reihen) aufzuräumen und diesen Übeltätern einen Riegel vorzuschieben. Es wird sogar von „einer alarmierenden Situation“ gesprochen. So etwas darf einfach nicht sein. 
Leider ist das Problem auch heute in der Bundesrepublik Deutschland sehr aktuell. Aber nicht nur Frauen werden sexuell missbraucht und erniedrigt, es betrifft auch das andere Geschlecht. Es kommt nur nicht so ans Tageslicht, weil sich niemand traut öffentlich darüber zu sprechen. Die Betroffenen, hier sprechen wir von der Hälfte der Bevölkerung, sprechen noch nicht einmal mit engsten Freunden, der Familie oder Ehepartnern über ihre Erlebnisse. Ihr Schamgefühl hindert sie daran. Sehr viele unter ihnen leiden darunter und schweigen. So ist es in der Tat oft und es kommt noch hinzu, dass dieses psychische Leiden für viele sehr früh schon beginnt. So können die an vielen Männern in ihrer Kindheit und im späteren Jugendalter oft an ihnen vorgenommenen Nackt- bzw. Hodenuntersuchungen und Vorhautkontrollen nur die ersten Schritte auf diesem langen Leidensweg bedeuten. Nicht wenige empfinden derartige Untersuchungen in nacktem Zustand als Eingriff in ihre Intimsphäre. Auch wenn man ihnen diese Untersuchungen schon in jungen Jahren als etwas ganz normales einzureden versucht. Jedoch sind alle diese Untersuchungen nur eine Art „Vorbereitung“ auf etwas schlimmeres, nämlich die alle Männer in der Bundesrepublik Deutschland betreffende Musterung. 
 
Bei dieser Zwangsuntersuchung und bei den darauf folgenden Einstellungsuntersuchungen bei der Bundeswehr und in den Zivildienstbehörden geht es dann weiter. Die jungen Menschen trauen sich einfach nicht, gegen diesen offensichtlichen Missbrauch zu protestieren. Dazu kommt, dass die Unwissenheit und die Hilflosigkeit der jungen Menschen schamlos ausgenutzt wird und sie deshalb alles über sich ergehen lassen, was die Erwachsenen (Ärzte und andere Persönlichkeiten) angeblich zu ihrem Nutzen beschlossen haben. Sehr viele Menschen verbringen danach Jahre damit genug Selbstvertrauen aufzubauen, um auch einmal „nein“ zu Ausbeutung und Übergriffen zu sagen. Vielen gelingt es nie. Sogar für einen jungen Erwachsenen ist es schon fast eine Seltenheit bestimmte Untersuchungen abzulehnen, die für ihn eigentlich als unzumutbar gelten und die er/sie deshalb nicht über sich ergehen lassen möchte. Vielen fehlt aber ganz einfach der Mut dazu, sich zu wehren. Wenn wir hier nun die Musterung in Betracht ziehen, dann sprechen wir darüber hinaus noch von einem gesetzlichen Zwang, was den Wiederstand noch schwieriger macht. Der junge Mann ist jetzt gesetzlich gezwungen sich untersuchen zu lassen. Oftmals ist es für ihn zwar keine Überraschung, aber noch einmal scheint es für den Betroffenen so zu sein, als ob der Schwerpunkt dieser Untersuchung auch auf dem Intimbereich liegt. Möglich, dass es so nicht ist, aber so wird es empfunden. 
 
Das Problem der Intimbereichsverletzung ist nichts Neues. Erschreckende Berichte gibt es dazu nicht nur aus der Kaiserzeit und nicht zu vergessen aus der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft, sondern auch aus der Zeit davor und sogar bis heute. Im Verlauf der ganzen Militärgeschichte hat die Musterung für die Rekruten als erstes immer Nacktheit und Entwürdigung bedeutet. Dafür muss es einen Grund geben. Die erzwungene Nacktheit ist eine sehr effektive Methode um Menschen einzuschüchtern. Es ist der erste Schritt den Widerstand eines Menschen zu brechen. So wandelt man junge Männer in gehorsame Soldaten um. Ihnen soll damit gezeigt werden: „Dein Körper gehört dem Staat.“ Es gibt über die ganze Welt verstreut militärische Systeme, in denen es so und nicht anders erwünscht ist. Es ist noch nicht lange her, da galt dies auch für das nationalsozialistische Deutschland. Leider sieht es so aus, als ob diese Einschüchterungsmethoden bis in die moderne Zeit überlebt haben. Man macht diese Tatsache nicht dadurch besser, dass die Musterungsdurchführung geringfügig geändert wurde. Wenn auch die ehemaligen Reihenuntersuchungen in nackten Zustand durch Einzeluntersuchungen ersetzt worden sind, so kann man nicht unbedingt von einer Verbesserung sprechen. Für viele Jungen kann es sogar umgekehrt der Fall sein. In der Regel werden die jungen Männer auch nackt von Frauen und vor Frauen begutachtet und bewertet, also von Ärztinnen und gewöhnlich immer weiblichen Schreibkräften. Da diese selber diesem Zwang nie ausgesetzt waren, kann sich eine mögliche gefühlte Entwürdigung dadurch noch erheblich verstärken. 
 
Um die Bevölkerung eines gegnerischen Landes einzuschüchtern gibt es viele „anerkannte“ Methoden. Eine davon, wahrscheinlich sogar die Effektivste, ist die Massenvergewaltigung. Um einen zwangsrekrutierten vormals friedlichen Mann zu solch furchtbaren Taten zu bewegen, braucht man eine besondere „Ausbildung“. Hier treffen wir wieder auf das Verfahren der Erniedrigung. Die selbsterlebte Erniedrigung kann der erste Schritt auf dem Weg dorthin sein. Erniedrigt man einen Menschen, hat man Macht über ihn und er lässt fast alles mit sich und aus sich machen. Jüngere Menschen sind noch formbar und mit den richtigen Methoden lässt sich der Mehrzahl von Ihnen Gewaltbereitschaft im allgemeinen und sogar auch Männern die Bereitschaft Frauen zu vergewaltigen beibringen. Dass so etwas zu der Grundausbildung eines Soldaten in vielen Ländern gehört ist allgemein bekannt. Was mit der Entwürdigung des Rekruten beginnt, endet oft in Wut und Rachegelüsten. Nicht selten bahnen sich die negativen aufgestauten Gefühle und die Verletzung der eigenen Seele einen Ausweg in Richtung einer Gewalttat und das Ziel ist erreicht. Wirft man einen Blick auf die neuere deutsche Geschichte, kennt man das Ergebnis solch einer „Ausbildung“ von dem Einmarsch russischer Truppen in Berlin gegen Kriegsende. Vergewaltigung war aber auch eine Methode, die gerne von der deutschen Wehrmacht benutzt wurde, um ein gegnerisches Volk einzuschüchtern. 
 
Entwürdigung und Nacktheit bei der Musterung war immer der erste Schritt, den Zivilist in einen „geeigneten“ Soldaten umzuwandeln. Der Platz hier reicht leider nicht aus, um dieses Thema weiter zu beleuchten und es ist auch nicht die Absicht dieses Briefes, aber ich möchte trotzdem aus der neueren europäischen Geschichte ein „gutes“ Beispiel anführen: Griechenland während der Militärdiktatur Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre. Was dort praktiziert wurde war nichts außergewöhnliches, aber was es zu etwas besonderem macht ist, dass es im nachhinein wissenschaftlich untersucht wurde. Und zwar waren Erniedrigung, erzwungene Nacktheit und Unterwerfung wichtige Bestandteile während der Ausbildung zu Folterknechten in diesem Land. Mit der „richtigen“ Ausbildung war auch der „Sohn des Nachbarn“, wie es nachher hieß, zu allem bereit. Hierbei tritt die Methodik noch einmal deutlich hervor. Zunächst werden Menschen während solch einer „Ausbildung“ erniedrigt und dadurch umgeformt, wodurch sie dann später bereit sind anderen Menschen das Gleiche anzutun. Der sexuelle Aspekt spielt hierbei eine tragende Rolle. Somit konnte bei den künftigen Tätern, also bei den „eigentlichen“ Opfern, die Grundlage für eine sexuelle Perversion geschaffen werden. Was nun eine Militär-Diktatur, ein nationalsozialistisches Regime oder die griechische Junta betrifft, ihnen allen ist eins gemeinsam. Das Resultat solch einer Ausbildung wird klar zu ihrem Vorteil genutzt. Für ein friedliches Land und seine Bürger aber, muss das Festhalten an dieser Art von Ausbildungsmethodik eher als Katastrophe bewertet werden. Es muss doch inzwischen die Einsicht vorhanden sein, dass wir heute in einem ganz anderen Zeitalter leben. In einem vereinten Europa moderner Zeit. „Wir“ brauchen keine gewaltbereiten Vergewaltiger mehr. Sie sind viel mehr unerwünscht. Bestimmt sogar in einer modernen Armee wie der Bundeswehr sind sie nicht willkommen. Doch leider hat man etwas vergessen. Es wurde vergessen, dass die Nacktmusterung, sowie andere entwürdigende Methoden während der Ausbildung eines Soldaten ihre Berechtigung verloren haben. Es wurde vergessen sie abzuschaffen. In der friedlichen Zeit in der wir heute leben, kann dies für den einzelnen Menschen vielmehr ein großes Problem darstellen. 
Das Resultat der Entwürdigung bleibt nämlich das Gleiche, obwohl es überhaupt nicht mehr gewünscht wird. Die erlebte Erniedrigung führt immer noch zu Wut und Gewaltbereitschaft. Aber die Bundeswehr braucht so etwas nicht mehr. Ein moderner Soldat kann mit dieser „Ausbildung“ nichts mehr anfangen und für den zukünftigen Zivilist und sein Umfeld in dem er lebt, kann es sogar schädlich sein. Es kann unter Umständen sein Leben zerstören. 
 
Was sind sonst noch die Gefahren, die aus der Nacktmusterung, der Erniedrigung während der Ausbildung eines Wehrpflichtigen erwachsen können? Einige Menschen reagieren auf solche Erlebnisse mit Gewalttaten und Wutäußerungen, andere wiederum mit Depressionen, Angst, Furcht vor Behörden und der Obrigkeit im allgemeinen und was auch manchmal vorkommt, mit Selbstmord oder zumindest den Gedanken an Selbstmord. Die ganze Angelegenheit ist an sich betrachtet nicht weniger als ein Skandal. Junge Menschen systematisch zu entwürdigen, was mit der Musterung beginnt, ist eine Schande für die Bundesrepublik Deutschland. Es ist eine Schande für die Demokratie. Letztendlich ist es auch eine Schande für das ganze deutsche Volk, weil es so lange alles gewusst hat ohne etwas dagegen zu unternehmen. Ich finde, wir haben es hier mit einem sehr ernst zu nehmenden Problem zu tun. Wie viele junge Menschen haben sich schon umgebracht, weil ihre Schamgefühle zu groß waren und weil sie sich niemand anvertrauen konnten oder mochten? Wir können es nicht feststellen. Aber eines ist gewiss, zu der Gruppe die sich am häufigsten umbringen zählen junge Männer. In wie vielen solcher Fälle hat die Bundeswehr oder das KWEA eine Rolle gespielt? Wir wissen es nicht. Aber man sollte sich einmal darüber Gedanken machen.
 
Können Sie jungen Menschen im Jahr 2009 wirklich noch so etwas antun? Das ist die Frage die ich Ihnen hiermit stelle. Noch mehr: 
Können Sie verantworten, dass sich das Sexualverhalten junger Menschen verändert, nur weil sie es bei der Musterung und bei der militärischen Ausbildung für nötig befinden, die jungen Menschen sexuell zu erniedrigen? 
 
Für mein Buch möchte ich ihre Meinung dazu hören. 
Hodenkrebs kann lebensgefährlich sein. Deshalb ist es wichtig, junge Menschen in dieser Hinsicht zu unterrichten. Sie sollten aufgefordert werden, sich selbst zu untersuchen. Ihnen sollte gezeigt werden, wenn sie es wollen, wie man es macht. So ein Vorgang könnte allen jungen Männern zu Gute kommen, gerade weil diese Krankheit zu jeder Zeit ausbrechen kann. Es ist doch nicht so, dass eine oft einmalige Zwangsuntersuchung an 17 – 21jährigen das Problem beseitigt. Es wird vielmehr so sein und selbstverständlich wird das auf die große Mehrheit zutreffen, das zum Zeitpunkt der Musterung keine Symptome erkennbar sind. Doch es kann natürlich Monate oder Jahre nach dieser Zwangsuntersuchung ganz anders aussehen. Jemand der sich aber durch die erzwungene Intimuntersuchung erniedrigt fühlt, könnte mit großer Wahrscheinlichkeit genau aus diesem Grund eine freiwillige, unter Umständen lebensrettende ärztliche Untersuchung vermeiden. Möglicherweise hat solch ein junger Mann inzwischen so einen Widerwillen gegen Hodenuntersuchungen aufgebaut, dass er den Arztgang immer weiter aufschiebt, bis es schließlich zu spät ist. Vielleicht vermeidet ein solcher Mann es auch sich selbst zu untersuchen, weil ein positiver Befund auch einen Arztbesuch herbeiführen könnte. In dieser Hinsicht ist eine unter Zwang herbeigeführte Intimuntersuchung nicht nur ein unberechtigter Eingriff in die Intimsphäre des einzelnen jungen Menschen, sie kann sogar seine zukünftige Gesundheit und damit im schlimmsten Fall sein Leben gefährden. 
 
Sind die Behörden sich dieser Verantwortung eigentlich bewusst? 
 
Man muss sich einmal folgende Situation vorstellen: Ein während der Musterung nackter junger Mann bekommt in Gegenwart von zwei, vielleicht sogar drei Frauen die Mitteilung gemacht, bei ihm läge ein Verdacht auf Hodenkrebs vor. Dann befindet er sich doch in einer Situation, für die man ihm nur sein Bedauern aussprechen kann. Diese Kombination von Entwürdigung und Krebsdiagnose finde ich außerordentlich demütigend – schockierend. 
Wie können Sie so etwas nur zulassen? Wie kämen Sie mit solch einer Situation psychisch zurecht, in der sich dieser junge Mann dann befindet? 
 
Nachsorgeuntersuchungen für Patienten, die an Hodenkrebs gelitten haben, sind ebenfalls von äußerster Wichtigkeit. Leider können solche Nachsorgeuntersuchungen durch eine vorher durchgeführte, als Demütigung empfundene Intimuntersuchung ebenfalls einen Hinderungsgrund erfahren. Die gesundheitliche Zukunft dieser Patienten kann damit auch in dieser Hinsicht als gefährdet angesehen werden.
 
Was ist Ihre Ansicht zu dieser Problematik? 
 
Es ist für mich von großem Interesse, ihre Meinung auch zu meinen folgenden Fragen zu erfahren. 
Was hat die Untersuchung der Vorhaut einzelner junger Männer mit ihrem Einsatz bei der Bundeswehr zu tun? Ich kann das medizinische Interesse der Bundeswehr an der Vorhaut Beweglichkeit der Männer nicht verstehen. 
Können Sie mir bitte erklären, wenn man schon aus vielleicht gesundheitsbewusster Sicht in dieser Richtung seine Hilfe anbietet, warum fragt man dann nicht nur einfach, ob der einzelne ein Problem damit hat und wenn, ob er ein Hilfsangebot der Bundeswehr entgegen nehmen möchte? 
Können Sie mir bitte erklären, wie sich die oft wiederholenden, erzwungenen, den Intimbereich verletzenden Untersuchungen mit dem Grundgesetz Artikel 1, GG vereinbaren lassen? Die Würde des Menschen hat laut dem Gesetz für jeden einzelnen Menschen und zu jeder Zeit Vorrang und ist von staatlicher Seite her sogar zu beschützen. In diesem an erster Stelle stehenden Gesetz wird die Würde des Menschen als „unantastbar“ bezeichnet. Das Gesetz sieht keine Ausnahmen zu diesem absolut wichtigsten Grundrecht vor. Wie erklären Sie mir das? 
 
Warum müssen sich die jungen Männer bei der Musterung nackt ausziehen? Oder zumindest mit heruntergezogenen shorts dastehen? In der Regel auch vor weiblichem ärztlichen und oft sogar im Sichtfeld vor denen assistierendem weiblichen Personal ihre Genitalien präsentieren und sich intim untersuchen lassen? 
 
Wie passt das mit der Erklärung der medizinischen Gesellschaft von Basel zusammen? Haben Männer weniger Recht auf ein Schamgefühl als Frauen? 
 
Warum muss die Intimuntersuchung, wie es eigentlich immer vorkommt, überhaupt im Beisein weiblicher Schreibkräfte im gleichen Raum geschehen? 
 
Es wäre unmöglich, sich eine solche Situation mit einer umgekehrten Rollenverteilung vorzustellen. Haben junge Männer in dieser Hinsicht weniger Rechte als Frauen? 
 
Warum werden diese Intimuntersuchungen oft, wie zum Beispiel in dem beigelegten Bericht beschrieben mehrmals wiederholt – auch dann, wenn wie in diesem Fall der Hauptgrund für weitere Musterungen ein ganz anderer sein müsste? Lässt sich nicht mindestens ab diesem Zeitpunkt von Schikane sprechen? 
 
Warum wird der ganze Untersuchungsvorgang – auch Hoden, Vorhaut und After betreffend – beim Dienstantritt eines Wehrpflichtigen oder eines Zivildienstleistenden nochmals wiederholt? Können wir nicht mindestens jetzt von reiner Schikane sprechen? 
Für die Analbereichsuntersuchung bei der Musterung ist es meiner Ansicht nach noch schwieriger einen wissenschaftlich fundierten bzw. medizinischen Grund zu finden.
 
Was soll dabei festgestellt werden? Krebs? Hämorrhoiden? 
 
Vorbeugen, Pobacken spreizen, hinschauen. In welcher medizinischen Literatur findet man für so eine Untersuchungsmethode was Krebs anbetrifft, eine wissenschaftliche Grundlage? Können Sie mir bitte auch nur einen Literaturnachweis als Beweis für die Korrektheit dieser Untersuchungsmethode nennen? 
 
Warum sucht man gerade hier nach Krebs, wo es doch eine Menge an anderen Körperbereichen gibt die nicht zum Intimbereich gehören, in denen sich auch Krebszellen ansiedeln können? 
 
Bitte bemerken Sie folgendes: Hämorrhoiden sind bei jungen Männern sehr selten. Ich möchte auch behaupten, jemand der an solcherlei Beschwerden leidet wird selbst einen Arzt aufsuchen bei dem er sich wohlfühlt. Ich kann es mir schwerlich vorzustellen, dass die eher sehr selten vorkommenden Hämorrhoiden bei 18 jährigen einen wissenschaftlich fundierten Grund bieten, eine Untersuchung des Analbereichs im Rahmen der Musterung durchzuführen oder gar zu rechtfertigen. 
 
Wenn sich die Bundeswehr dafür interessiert, warum fragt man dann nicht einfach den einzelnen, ob er Probleme in dieser Hinsicht hat? Wenn gefragt wird, auf was für eine Forschung stützt man sich, wenn dann trotzdem der Analbereich einer Kontrolle unterzogen wird?
 
Wieso geht dies eigentlich die Bundeswehr etwas an? 
 
Heutzutage muss alles was man als medizinische Kraft an Untersuchungen und Behandlungen vornimmt, wissenschaftlich begründet werden können. Das heißt, ein Arzt oder eine Krankenschwester muss belegen können, dass er oder sie sich bei der Arbeit auf eine anerkannte Forschung in dem jeweiligen Bereich stützen kann. 
 
Gibt es Beweise die belegen, dass Soldaten mit Hämorrhoiden eine Gefahr für die Verteidigung des Landes darstellen? 
 
Ich möchte Sie darum bitten mir die wissenschaftlichen Gründe aufzuzeigen, die eine zwangsmäßige Untersuchung des Analbereichs im Rahmen der Musterung rechtfertigen. 
 
Was ist der eigentliche Grund dafür, diesen Körperbereich zu inspizieren? Ich kann mir nur Schikane als Grund vorstellen. Haben Sie dazu eine andere Meinung? 
 
Ich denke der Gewissheit nahe zu sein, dass sich die Bundeswehr weit von den Methoden entfernt hat, die zur Kaiserzeit und zur Zeit des Nationalsozialismus gegolten haben. Ich denke auch nicht, dass die Bundeswehr ihre heutigen Rekruten zu Vergewaltigern ausbildet. Eher glaube ich mir sicher sein zu können, das man es nach der Grundausbildung lieber mit gut trainierten, moralisch gefestigten, verantwortungsbewussten Soldaten zu tun haben möchte. Aber gerade aus diesen Überlegungen heraus ist es mir unverständlich, dass man bei der Bundeswehr weiterhin an demütigenden Methoden festhält, die an alte diktatorische Zeiten erinnern. Dieses Festhalten an veralteten Methoden ist meiner Meinung nach ein Irrtum, der begangen wird. Wenn man dort nackt vor fremden Personen steht, deren Befehle zu befolgen hat, dann verliert man unter Umständen seine Selbstachtung. Fast niemand wehrt sich gegen diese Behandlung. Auf die Möglichkeit die Intimbereichs Untersuchung zu verweigern wird vorher von behördlicher Seite nicht hingewiesen. Sogar diejenigen, die von dieser Möglichkeit wissen, trauen sich infolge der Einschüchterung durch die schon vorangegangen Untersuchungsvorgänge und den staatlichen Zwang der damit verbunden ist in der Regel dann auch nicht, in der Situation in der die Intimuntersuchung stattfindet nein zu sagen. 
 
Hierzu habe ich noch folgenden Einwand zu machen: Eine Verweigerung der Intimuntersuchung sollte überhaupt nicht nötig sein müssen. Doktorspielchen gehören vielleicht mit dem gegenseitigem Einverständnis von Kindern oder Jugendlichen zum Bereich der Entwicklungspsychologie, oder höchstens noch in die privaten Schlafzimmer des einzelnen Bürgers. Aber unter überhaupt keinen Umständen in den Arbeitsbereich staatlich angestellter Mediziner. Noch nicht einmal mit Einverständnis der zu untersuchenden Person. 
 
Viele, das haben mir meine eigenen Studien belegt, können die Gedanken an ihre Musterung und die damit verbundene Erniedrigung noch Jahre danach nicht vergessen oder leiden sogar ihr ganzes Leben darunter. Durch die Berichte von einzelnen Männern habe ich erfahren, wie weitreichend die individuellen Konsequenzen durch die Musterung in Bezug auf das Leben der Betroffenen sein können. Es ist mir klar geworden, Intimuntersuchungen unter Zwang können sich sehr negativ auf das Sexualleben und auf die Psyche junger Menschen auswirken. Der junge Mensch befindet sich zu der Zeit wenn die Musterung stattfindet, an einem sehr empfindlichen Punkt seiner Entwicklung. Das Erlebnis kann deswegen sehr ernsthafte Auswirkungen haben. Die daraus resultierenden Konsequenzen können sich auf das ganze Leben eines Menschen auswirken. Demnach gibt es nur eine richtige Entscheidung, die zur Lösung des vorliegenden Problems beitragen kann. Sie lautet: Die erniedrigende Intimuntersuchung bei der Musterung muss sofort und für alle Zeit danach abgeschafft werden!
 
Zum Schluss: Ärzte/Ärztinnen die für die einzelnen KWEA tätig sind, haben wie alle anderen Ärzte auch den hippokratischen Eid geleistet. 
Wie lässt sich dieser Eid mit den zwangsmäßigen Intimuntersuchungen an jungen Wehrpflichtigen vereinen und mit den Folgen, die daraus für diese Menschen entstehen können?
 
Ich freue mich darauf, ihre Meinung zu meinen Fragen zu erfahren. Ich bedanke mich für ihre Hilfe bei meinen Nachforschungen für mein Buch.
 
Mit freundlichen Grüßen 
 
Lars G Petersson