MUSTERUNG
Laut Wehrpflichtgesetz können Wehrpflichtige mit 17 ½ Jahren auf ihre Tauglichkeit hin untersucht werden. Mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten und gleichzeitigem Antrag auf vorzeitige Einberufung zum Grundwehrdienst ist eine Musterung auch schon ab 16 ½ Jahren möglich.
Wie einst zu Kaisers Zeiten und unter Hitler zwingen deutsche Behörden der männlichen Jugend heute immer noch sinnlose körperliche Untersuchungen auf, die ursprünglich nur zur Einschüchterung und Erschaffung gehorsamer Soldaten benutzt wurden. Dann heißt es: nackt ausziehen, Hoden abtasten, Vorhaut zurückschieben, umdrehen, bücken und Pobacken spreizen.
Heutzutage wird vieler Orts noch eine neue Qualität der entwürdigenden Behandlung erreicht. Inzwischen werden auch diese Intimuntersuchungen überwiegend von weiblichen Ärztinnen und in Anwesenheit weiblicher Assistenzkräfte bei den jungen Männern zwangsweise durchgeführt.
Als Folge dieser Demütigungen sind seelische Störungen bei vielen jungen Männern die Konsequenz. Experten sprechen hier auch von einem Musterungstrauma.
Belastbare Statistiken liegen zu diesem Thema naturgemäß nicht vor. Bei ungefähr einer halbe Millionen gemusterter Männer pro Jahr, die unter solch anstößigen und erniedrigenden Bedingungen untersucht werden, muss jedoch von einem Skandal großen gesellschaftlichen Ausmaßes ausgegangen werden.
Doch niemand will hierfür die Verantwortung übernehmen. Alle, nicht nur das Verteidigungsministerium, sondern auch die ärztlichen Verbände, die Gesundheitsbehörden und politische Vertreter drücken sich davor, so gut es eben geht. Der breiten Öffentlichkeit werden die wahren Zustände in den Amtszimmern der Kreiswehrersatzämter und hinter den Kasernentoren in Sanitätsstaffeln und Untersuchungszentren der Bundeswehr vorenthalten. Auch die Betroffenen selbst sprechen meistens nicht darüber, zu groß ist die Scham. Es handelt sich um ein Tabu.
Mit diesem Buch wird nun endlich das Schweigen gebrochen. Ein Skandal mit nationaler Tragweite wird enthüllt.


